Baden-Württemberg
Sonntag, grandioses Herbstwetter, Naturentzugerscheinungen, aber kein Bock auf acht Studen Wandern?! Die Lösung liegt so nahe: Einfach eine drei Stunden Tour in Angriff nehmen, die zudem direkt vor der Haustüre liegt. Quasi das Fast-Food für Wanderer.
Und der Dreischluchtenweg ab Bachheim schmeckte bis auf kleinere Makel nichtmal schlecht. Warum? Die Antwort gibt's hier.
Hier ist die CDU-Welt noch in Ordnung. Dieses Wahllokal im tiefen Schwarzwald dürfte landesweit gleich zwei Rekorde inne haben: http://wahl.suedkurier.de/landtagswahl/1747 Wer ein Beispiel mit mehr oder weniger zu bieten hat, bitte ein Kommentar hinterlassen.
Man beachte das Ergebnis 2006. Da warn knapp 80% für die CDU. Selbst 2011 sinds noch 67,8 Prozent. Noch drei solche Landtagswahlen, dann könnts vielleicht mal eng werden. In Schonach ka mer halt mit fascht alle schwätze. Ok, ok, den Spruch hat jemand anderes erfunden. Die SPD kommt hier grade mal auf fette vier Prozentpunkte!
Endlich ist es soweit. Die letzte Westwegetappe steht an - auslaufen lassen, keine Anstiege mehr, nur noch genießen und die Ankunft in Basel zelebrieren. Soweit meine Erwartungen an diesen Tag.
Die Realität sah jedoch kurz nach dem euphorischen Start in Kandern bereits anders aus.
Schande über mich. Bevor es jemand anhand der GPS-Streckendaten aufdeckt, hier meine Beichte. Ich gestehe zu Beginn dieser Etappe Bus und Seilbahn beutzt zu haben. Ganze zwei Kilometer dieser Tour wurden NICHT zu Fuß zurückgelegt.
Welch eine Schmach für den ehrgeizigen Westweggeher. In meinem Fall sprachen jedoch einige (sehr gute!) Gründe gegen den Fußmarsch zum Belchen-Gipfel.
So, bevor der letzte Funke Erinnerung vom Arbeitsalltag ins Unterbewußtsein zurückgedrängt wird, möchte ich Westwegetappe zehn schnell noch im World Wide Web verankern.
An diesem Tag ging es knapp 25 Kilometer vom Feldberg bis Belchen-Multen, am Fuße des vierthöchsten Schwarzwaldberges Belchen.
Es ist zu schön hier oben auf dem Feldbergmassiv, als dass man gleich wieder weitersprintet. Ich empfehle einen "Ruhetag", um dieses Fleckchen Hochschwarzwald ausreichend genießen zu können.
Auch meine Füße und Knochen forderten nach neun Etappen einen Tag Pause. So ganz konnte ich es dann aber doch nicht lassen und spazierte gemütlich hinauf zum Herzogenhorn, Einkehr inklusive.
Langsam wird es schwierig mit der Erinnerung. Zu lange liegt der Westweg bereits hinter mir, dass ich mich an jedes Detail erinnern könnte. Eines weiß ich jedoch noch genau. Ab dieser traumhaften Etappe war auch das Wetter nur noch traumhaft - bis Basel. Dank Sonnenschein hielt ab nun auch die Psyche wieder Schritt.
Der Vortag war für mich die Königsetappe in Sachen Höhenmeter. Die Etappe von der Wilhelmshöhe bei Schonach bis kurz vor Thurner sollte mit knapp 30 Kilometer die längste Strecke werden. Durch das Westweg-Tor direkt am Ausgangspunkt verläuft der Weg die ersten 6,5 Kilometer realtiv eben durch schönsten Schwarzwald, offene Weideflächen und vorbei an einigen abgelegenen Bauernhöfen.
Zwei leichte Etappen im Rücken brauchte ich endlich mal wieder eine Herausforderung, etwas Anstrengendes. Da kam die Etappe von Hausach zur Wilhelmshöhe bei Schonach genau richtig. Ich bekam was ich wollte. Die Herausforderung war mächtig, die Anstrengung groß und der Wille vom Morgen verpuffte schnell.
Ruhe vor dem Sturm. Ruhe deshalb, weil diese Etappe lediglich 15 Kilometer misst, meist bergab verläuft und das Schlechtwetter vom Vortag einen Gang zurückgeschalten hatte.
Sturm, bezieht sich auf den kommenden Tag. Dazu im nächsten Beitrag mehr.
Es gibt nicht viel zu berichten von dieser Etappe. Zumindest sind nicht allzuviele Eindrücke in meinem Gedächtnis hängengeblieben. Das Wetter war bescheiden, kalt und neblig. Der Weg verläuft häufig durch Wald und die Strecke fällt insgesamt leicht ab. Viel mehr hab ich nicht mehr im Kopf. Ich versuchs trotzdem etwas genauer.
Eine Erkenntnis habe ich auf dem Westweg gewonnen. So anstrengend eine Strecke wie am Vortag auch sein mag, lieber verausgabt man sich bei schönem Wetter, als bei nasskalter Witterung irgendwo gemütlich dahinzutrotten. Es macht einfach keinen Spaß und nagt spätestens nach zwei Regentagen an der Psyche.
Am Morgen der Etappe vom Mummelsee bis zur Alexanderschanze sah ich das noch nicht ganz so eng. Zu groß war noch die Euphorie, endlich den Westweg zu gehen. Einen Tag hält man das schon aus, oder? Da kneift vielleicht ein Schönwettertouri. Aber ich? Mistwetter hat seine ganz eigenen Reize. Wie recht ich hatte. Dennoch. Die Erkenntnis steht: Wenns schön ist ists schön. Drei wüste Tage brauchte ich noch, um dies einzusehen,...
Bei der Tour de France würde man diese Etappe wohl zur höchsten Kategorie zählen. Favoritsierte Fahrer müßten ihre Karten auf den Tisch legen, zeigen was in ihnen steckt, um später in Paris ganz weit vorne zu landen. Hier beim Westweg geht es zwar nicht um Positionen, Zeit und Bestleistungen. Doch wer in Basel als Finisher ankommen will, muß hier hoch.
23,2 Kilometer ist die Strecke von Forbach bis zum Mummelsee lang. Nach neun Kilometern liegen bereits 600 Höhenmeter unter einem. 500 weitere erklimmt man bis zur Hornisgrinde. Das lockere Vorgeplänkel ist definitiv vorbei. Wie es mir erging erfahrt ihr hier.
"Am folgenden Tag gehts von Dobel nach Forbach, wenn da nicht....", so endet meine Beschreibung der ersten Etappe. Ja wenn da nicht was dazwischen gekommen wäre. Es regnete es aus Eimern. Ans Weiterlaufen war nicht zu denken. Tja, was macht man einen Tag lang in Dobel bei strömendem Regen? Nicht viel, kann ich euch sagen.
Also nochmal übernachtet. Am nächsten Morgen konnte es dann endlich weitergehen. Bei Sonnenschein durchschritt ich um punkt neun Uhr das zweite Westwegtor, das "Sonnentor" zu Dobel.
Aufstehen zwischen 7.00 und 7.30 Uhr, Frühstücken von 8.00 bis 9.00 Uhr, Abmarsch spätestens um 9.00 Uhr. Dieser Rhytmus habe ich in Birkenfeld erstmals zelebriert. Er sollte sich bis zur Ankunft in Basel als fester Tagesbestandteil etablieren.
Gut gestärkt nahm ich dann die 18,16 Kilometer in Angriff. Kurz vor Birkenfeld hatte ich am Abend zuvor bereits die sogenannte Höhenvariante des Westwegs eingeschlagen, die rund fünf Kilometer nahezu auf einem Höhenniveau durch den Wald bis Neuenbürg führt. Dort treffen sich die beiden Wegvarianten wieder.














