Cannobio
Das Beste kommt wohl immer zum Schluß. So auch im Wanderurlaub am Lago Maggiore. Die letzte Strecke am vorletzten Tag führte von Cannobio über den Monte Carza hinunter nach Cannero Riviera.
Der Aufstieg zum Monte Carza beginnt am Ortsrand von Cannobio. Hier biegt man rechts von der Hauptstraße SS34 rechts ab (man kann auch schon früher rechts abbiegen und durch den Ort schlendern, siehe GPS-Daten). Schon bald weisen Schilder den Weg in Richtung Waldrand.
Nach gelungenem Warmlaufen am Vortag, war der Montag reserviert für eine Tour aus unserem Wanderführer hinauf zu Cannobios Hausberg, dem Monte Giove mit 1298 Metern Höhe. Die Tour ist im Rother Wanderführer blau gekennzeichnet, sprich eine leichte Tour ohne technische Schwierigkeiten. Gesamte Gehzeit wird mit fünf Stunden angegeben. Der Startpunkt liegt in Sant Agata, wo ich bereits am Tag zuvor "hinaufgeklettert" bin.
Da das Hotel jedoch unten in Cannobio steht und ich das Auto nicht bewegen wollte, hab ich den Startpunkt eigenmächtig und ganz mutig rund 270 Meter weiter nach unten verlegt. Die 1,5 Stunden mehr Laufzeit hoch und runter machen diese "leichte" Tour ja auch nicht mehr fett, dachte ich. Ich hab ja den ganzen Tag Zeit!
Also los. Mit vollem Elan bewältigte ich die 270 Extra-Höhenmeter nach Sant Agata. Pause nur ganz kurz. Dann direkt hinter dem Dorf weiter in einen Kastanienwald hinein. Ups, der Weg bleibt ja ständig so steil. Und sauschwül wars auch.
Dass Zebrastreifen in Italien nicht allzuviel viel wert sind, dürfte jedem, der schon einmal dort war, bereits aufgefallen sein.
Welcher Sinn jedoch hinter diesem Exemplar in Cannobio steckt, bleibt völlig schleierhaft. Es war nicht ersichtlich, dass die Hecke erst vor kurzem hier gewachsen ist.
Von der Sonne ausgebleicht, von Autoreifen abgeschliffen? Fehlanzeige. Die Farbe glänzte wie neu. Ein Gehweg entlang der Hecke gibt es nicht. Wer hier die andere Straßenseite erreicht, steht direkt im Grünen.
Ist dies also der erste Zebrastreifen für Heckentiere und Vögel? Ist es gar eine Überquerungshilfe für Campingplatzspanner? Dieser liegt direkt dahinter.
Ein neuer Ansatz zur Verkehrsberuhigung? Oder einfach nur Verarschung der vielen (meist Deutschen) Touris die gegenüber im Supermarkt einkaufen!? Wenn ja, dann klären wir das demnächst in der Fußball-WM-Endrunde auf dem Platz.
Nach Cannobio zu kommen ist einfach. Rund vier Stunden Autofahrt dauert die Anreise wenn alles rund läuft. Dort angekommen laden Pool, Sonnenschein und ein komfortables Hotelzimmer zum entspannten Nichtstun ein. Verlockend. Doch angesichts der heftigen Anstiege der kommenden Tage mußte eine kurze Aufwärmrunde her.
Also wurden die Wanderstiefel geschnürt und vom Hotel weg losmarschiert. Zuerst steil hinauf zum kleinen Ort Sant Agata, abwärts ins Valle Cannobina, vorbei an einsamen Badestränden am kristallklaren Bergbach und Halbzeitpause beim Orrido di Sant Anna.
Vom Hotel führt der Weg entlang der Hauptstraße in östlicher Richtung zum Ortsausgang. Hier zweigt nach links ein gut ausgewiesener Mulattiera ab - ein alter mit Steinen gepflasterter Pfad. Auf diese kunstvoll in die steilen Hänge eingebetteten Pfade treffen Wanderer übrigens auf nahezu allen Strecken am Lago Maggiore.
Sonnenuntergang über Sant' Agata bei Cannobio
Eine Woche Wanderurlaub am Lago Maggiore liegt hinter mir. Zufrieden, erholt und vor allem gesund habe ich wieder die relativ ebene Baarlandschaft unter meinen Füßen, keine idyllischen "Tausender" mehr direkt vor der Haustür.
Erstmal möchte ich mich bedanken für die zahlreichen Zuschriften, die mich auf meinen Aufruf erreichten, mir einige nette Tourvorschläge für den Lago Maggiore zu machen. Es waren letztlich so unvorstellbar viele, dass ich mich entschlossen habe, selbst einige Wanderungen auszuloten, die auf meine Wandervorlieben passen.
Dank prächtigem Wetter konnte ich während den sieben Urlaubstagen einige tolle GPS-Tracks aufzeichnen, die ich nach und nach veröffentlichen werde. Zum schmackhaft machen gibts hier und heute bereits ein paar Bildimpressionen von den Wegstrecken.
