Keimung
Weniger Masse, dafür mehr Klasse, das ist mein Motto für den Chilianbau 2011. Im letzten Jahr hatte ich versucht, möglichst viele Sorten und Pflanzen groß zu ziehen. Das klappte auch ganz gut. Selbst für einige Tomatenstauden hat es noch gereicht. Doch irgendwann war der Platz auf dem Balkon zu eng, die Töpfe zu klein. Enorme Ausmaße nahm der Betreuungsaufwand für so viele Pflanzen an.
Aus diesem Grund sollen in diesem Jahr weniger Sorten, weniger Pflanzen, in größeren Töpfen heranwachsen.
So schauts aus im Moment mit meiner Chilizucht 2010, die verschiedenen Sorten haben fast alle angefangen zu keimen. Am besten gedeihen jedoch meine dicken roten Schoten vom letzten Jahr. Das Zeug wuchert wie Unkraut. Die Keimlinge bohren sich mit roher Gewalt durch das Küchentuch und bilden bereits die ersten grünen Blätter! Andere Sorten haben es in dieser Zeit lediglich bis ins Stadium eines zarten Keimlings geschafft.
Keine Ahnung warum die Samen aus einer vertrockneten Frucht der Ernte 2009 so gut wachsen. Irgendwo im Nezt hab ich mal gelesen, dass unterschiedliche Chilisorten - wenn man sie dicht nebeneinander kultiviert - gerne ihr Erbgut austauschen und sich später aus deren Samen sogenannte Hybride entwickeln. Zu Deutsch: Mischlinge bzw. Kreuzung.
Bei Wikipedia erfahr ich wiederum, dass in der professionellen Pflanzenzucht bei Hybriden der sogenannte Heterosis-Effekt ausgenutzt wird. Demnach haben Hybride eine höhere Leistungsfähigkeit, mehr Vitalität und nicht zuletzt einen deutlich höheren Ertrag. Cool, das ging ja leicht. Einfach mehrere Chilisorten eine Saison lang auf dem Balkon nebeneinander vor sich hin wuchern lassen - und schon ist der Superresistente-Rekordertrag-Bio-Chili-Hybrid entstanden. Klasse. Ich sollte mir die Gene patentieren lassen.

