Wandern
Was tun, wenn einen andere Wanderer grüßen und dabei nicht in die Augen schauen, sondern andere Körperteile fixieren? Richtig. Man erwacht aus einer Art Wandertrance und blickt selbst mal an sich hinunter. Und siehe da, es zeigt sich ein "Herz aus Schweiß" auf meinem nicht allzu sauberen T-Shirt. Ein Wunder?
Wohl kaum. Bei mir wurde die Entstehung vielmehr durch eine günstige Massenverteilung im Bereich Brust, Bauch in Kombination mit dem Trekkingrucksack verursacht.
Das Phänomen erschien in den nächsten Tagen ein paarmal wieder, in nicht ganz so perfekter Ausführung. Wie soll es auch anders sein, immer nur nach kräftigen Steigungen. Herz hin Herz her, abgenommen hab ich während den 14 Tagen Westweg trotzdem nicht.
Schneller als einem lieb ist, spuckt einen der Schwarzwald nach rund 280 Kilometer Fußmarsch wieder in die Zivilisation zurück. Und dann auch gleich richtig mitten rein in die Dreiländermetropole. Zack, da bist du wieder. Verkehr, gestresste, dafür gut gestylte Stadtmenschen, Busse, Bahn, Lärm und Shopping im Überfluß. Komisch, hab ich kaum vermisst die letzten 14 Tage.
Aber egal. Wichtiger ist, genau in dieser Zeitspanne hab ich ihn gemeistert, den Westweg von Pforzheim bis Basel. Exakt 284,57 Kilometer Wegstrecke hat mein kleiner GPS-Datenlogger Polaris Travel Honey aufgezeichnet. Ungefähr einer davon wurde rollend zurückgelegt, ein weiterer schwebend - dazu später mehr.
Juhu, zwei Jahre nachdem ich bereits einmal fünf Etappen des Westwegs begehen konnte, heißt es diesen Sommer erneut Abmarsch in Richtung Schwarzwald. Von Pforzheim bis Basel möchte ich bei diesem Anlauf alle zwölf Etappen bezwingen.
Je nach Wanderführer und welche Strecke (West- oder Ostroute) eingeschlagen wird, ergibt das eine Distanz von 278 bis 292 Kilometern. Die Etappen sind zwischen 18 und 32 Kilometer lang. Gehzeiten variieren bei gemütlichem Marschtempo zwischen fünf und neun Stunden.


