Chilianbau 2011

Erstmal Sorry für den Chili-Overflow der letzten Tage. Aber nachdem den ganzen Sommer über nahezu gar nichts gelaufen ist in Sachen Chilianbau, überschlagen sich nun die Ereignisse regelrecht. Über Mutanten und Schärfewunder habe ich ja bereits berichtet.
 
Jetzt öffnet sich auch noch die Tür zur Miniatur-Chiliwelt. Ich habe im Bird-Pepper Strauch die wohl kleinste Chili ihrer Art entdeckt, kaum größer als ein 1 Cent Stück, fertig gereift und nicht angemalt. Wer bietet weniger!?

An alle Leser, die mal wieder Single sein möchten, alle, die lebensmüde sind, und alle, die zu viel Jackass schauen:
 
Ich hab was für euch!

Danke Herbst, für die Spitzenbedingungen der letzten zwei Wochen. Dauersonne und angenehme Spätsommertemperaturen haben dafür gesort, dass eine reichhaltige Chiliernte 2011 wieder in erreichbare Dimensionen gerückt ist. Alle Sorten werkeln eifrig an ihren Capsaicin geschwellten Schoten, die sich langsam aber sicher ihrem Reifegrad nähren.
 
Doch der Hot-Pepper Busch springt gewaltig aus der Reihe. Anstatt wie die anderen einfach normale Chilis zu formen, geht es krumm und schief zur Sache. Rund 50 Prozent der Chilis leiden gar an üblen Mutationen. Schön sehen diese nicht aus. Spannend ist's trotzdem. Eine kleine Ursachenforschung.

Das schöne Wetter und Klima der vergangenen Woche haben meinen Chili-Zöglingen nun doch noch Lebenshauch eingeblasen. Es wuchert, blüht und reift auf dem Balkon. Vor kurzem war noch nicht ganz so klar, ob es dieses Jahr überhaupt was wird mit reifen Schoten, nach drei Wochen Regenwetter im Hochsommer und anderen Problemchen meiner Chilizucht.
 
Umso größer ist jetzt die Freude über so viel Zellteilung in wenigen Tagen. Deshalb hab ich meine alte EOS samt Petri 50mm M42 Objektiv sowie zwei Makroringe bemüht, um die bunte Blütenpracht und grüne Chilis zu fotografieren. Welche Sorten wuchern, welche bereiten Sorgen? Hier gibt's die Antwort...           

Alle Besucher, die über eine Suchmaschine hierher gefunden haben und eigentlich Infos über blaue Pillen und andere Wundermittelchen erwartet haben, muss ich enttäuschen. Es geht hier um meine Chilipflanzen. Die haben es 2011 wirklich nicht leicht.

Das war heut ja mal ne Überraschung, als ich bei Piwik die Klickzahlen meiner Seite abgerufen habe. Was war denn das für ein Ausschlag. Ich hab doch die letzten Tage nix verändert, was mich SEO-technisch so dermaßen nach vorne hätte bringen können. 
 
Ein genauer Blick in die Auswertung offenbarte dann das wohl erfolgreichste SEO-Tool überhaupt.

Da war ordentlich Sand im Getriebe, ganz klar. Während meine wohlumsorgten Chilis eine regelrechte Wachstumspause eingelegt haben, ist verwandtes Saatgut bei Verwandtschaft um einiges besser gediehen. Und das, obwohl ich um Wochen früher angezüchtet und mich ganz sicher mehr um die Pflänzchen bemüht habe. Die familiäre Konkurrenz liegt deutlich vorne. Ungerecht!
 
Rund einen Monat ging bei den Pflänzchen nach dem Umtopfen fast gar nichts mehr. Was lief da wohl schief?

Seit wann können Läuse fliegen? Nachdem ich bisher immer "nur" mit herkömmlichen Läusen zu tun hatte - meist gegen Ende der Saison, wenn die Pflanzen schwächeln - greifen jetzt bereits im Frühjahr fiese Sauginsekten meine Chilizucht an. Zum Glück nur vereinzelt. Dafür saugen die Fliegen umso mehr, wie es scheint. Der Hinterleib war schon ganz grün vor lauter Chilisaft. Hoffentlich wars ihr schlecht.  
 
Dieses Exemplar hatte übrigens Glück. Als ich noch näher ran wollte und dafür den Kamera-Objektivabstand um einen M42-Zwischenring erweitert habe, nahm das Insekt reißaus. So ging der Interessenkonflikt nochmal unblutig aus. 

Langsam wirds richtig eng. Nicht zeitlich gesehen. Hier liegen meine Chilischoten gut im Rennen. Vielmehr fehlt das entsprechende Raumangebot. Schuld am Engpass sind rund 20 neue Chili-Keimlinge, die seit zwei Tagen unverhofft auf lila Stielen aus einem Blumentopf sprießen.
 
Eigentlich war die Sortenfrage längst geklärt (zum Beitrag). Ein Leser zweifelte in einem Kommentar am Keimerfolg. Daraufhin hab ich es gar nicht versucht, beziehungsweise vergessen. Etwas verspätet hat mich jetzt aber doch noch die Hobbyzüchterehre gepackt. Und siehe da...

Nahezu schleichend mutiert mein jährlicher Chilianbau zu einer professionellen Tomatenzucht. Jetzt haben nämlich zwei Fiascetto-Pflanzen und zwei Balkonzauber-Pflanzen ihr endgültiges Zuhause bezogen - noch vor allen meinen Habaneros, Bird Peppers und Co. Ihr neues Heim: ein großer viereckiger Blumenkübel mit ausreichend Platz für vier kleinwüchsige Tomatenstauden.

... nur die scharfe Pflanzenschar ... NICHT! Okay, ich war glaub zu früh dran mit den Tomaten. Alle Tomatenkeime haben sich bereits durch die obere Erdschicht gebohrt und eifern mit ihren feinen Blättern in Richtung Sonne. Die Chilis hingegen genießen noch die gemütliche Geborgenheit unter der Erde.
 
Rund zwei Wochen nachdem ich alle Samen gemeinsam zum Keimen aufgestellt habe, setzen sich die Tomaten in Sachen Wachstum deutlich von den Chilis ab. Im nächsten Jahr sollte ich die Tomaten wohl besser ein wenig später ins Rennen schicken.

Was tun, wenn alle 20 vorhandenen Anzuchttöpfe bereits belegt sind, die viel zu zahlreich keimenden Samen aber drum flehen, auch wachsen zu dürfen? Einfach Gott spielen, und nur die Fittesten überleben lassen? Den Rest in die Tonne kicken? Nein, viel zu schade um das wertvolle Saatgut.
 
Dumm nur, wenn man weder Zeit noch Lust hat noch einmal ins Gartencenter zu dackeln. Ein Arbeitskollege lupfte mich zum Glück auf die simple Idee, die Dinger einfach selbst herzustellen. Und so gehts.

Weniger Masse, dafür mehr Klasse, das ist mein Motto für den Chilianbau 2011. Im letzten Jahr hatte ich versucht, möglichst viele Sorten und Pflanzen groß zu ziehen. Das klappte auch ganz gut. Selbst für einige Tomatenstauden hat es noch gereicht. Doch irgendwann war der Platz auf dem Balkon zu eng, die Töpfe zu klein. Enorme Ausmaße nahm der Betreuungsaufwand für so viele  Pflanzen an.
 
Aus diesem Grund sollen in diesem Jahr weniger Sorten, weniger Pflanzen, in größeren Töpfen heranwachsen.

Bild von admin

Es war hart, es war schwierig, nicht leicht, so eine Auswahl zu treffen. Jetzt steht es dennoch fest. Aus allen Chili-Sorten, die ich 2010 bis zur Reife gepflegt habe, dürfen einige Edelsorten auch 2011 wieder wachsen.
 
Dazu werden sich eine Keim-Niete aus 2010 sowie zwei Billig-Supermarktfunde gesellen. Hier meine Saatgutliste für die kommende Saison.

Bild von admin

Habe mal wieder einen Supermarktchilifund gemacht, und konnte nicht wiederstehen die Packung mitzunehmen. Es handelt sich um eine Art Nachfüllpackung getrockneter kleiner Chilis, die unter dem Markennnamen Malaya Gewürze vertrieben werden. Zu finden sind die in durchsichtigen Plastikbeuteln mit rotem Aufdruck verpackten Gewürze in Edeka-Märkten.

Inhalt abgleichen